Yoga und friedvolle Elternschaft

 

Du fragst dich vielleicht was Yoga und friedvolle oder bedürfnisorientierte Elternschaft miteinander zu tun haben!? Ok-stellen wir hier erstmal die Hauptmerkmale friedvoller und bedürfnisorientierter Elternschaft zusammen (Was ist das überhaupt…?):

  • Der Fokus in der bedürfnisorientierten und friedvollen Elternschaft liegt, wie der Name schon sagt, auf den Bedürfnissen aller Familienmitglieder. Und um deinen und den Bedürfnissen deines Kindes näher zu kommen, also um herauszufinden WAS ihr braucht, begebt ihr euch in die magische Welt der Gefühle. Hierfür braucht es Achtsamkeit und Momente der Stille, um den Zugang zu dir Selbst und dem Kind (wieder-) zu finden.
 

  • Friedvoll bedeutet, dass du im ersten Schritt mit dir und deinen Gefühlen „ins reine“ kommst. Das heißt dein inneres Kind kennenlernst und deine Trigger aufdeckst, die dir z.B. bei den etlichen Wutausbrüchen deines Kindes immer wieder begegnen und dich mit in den Wut-Strudel reißen lassen… DAS alles ist ein Prozess und geschieht nicht mit Fingerschnipsen.
 
  • Im zweiten Schritt bedeutet friedvoll natürlich auch, dein Kind in seinen starken Gefühlslagen achtsam, verbindend und lösungsorientiert begleiten zu können. Schritt 2 und Schritt 1 hängen da irgendwie voneinander ab und der eine wird schwer ohne den anderen.
 
  • Bedingungslose Liebe? JA, das wünschst du dir für dein Kind, oder? Auch hier darfst du zunächst und im ersten Schritt dich selbst an erste Stelle setzen. Stichwort Selbstliebe und Selbstfürsorge. Wenn du dich selbst lernst bedingungslos anzunehmen und zu lieben, kann es dir auch mit deinem Kind gelingen. Und mit „bedingungslos“ ist hier totale Annahme aller Gefühle und Bedürfnisse und deines So-seins und das deines Kindes gemeint– Hier spielen das Auflösen negativer Glaubenssätze und das Etablieren neuer positiver Gewohnheiten und positiver Denkmuster eine wichtige Rolle
  • Um all das oben Genannte im Alltagsgeschehen im Blick zu behalten und immer wieder neu auszurichten braucht es die wundervolle und so oft zitierte Achtsamkeit und ein tiefes Bewusstsein. Achtsamkeit für eure Gefühlswelt, für eure Verbindung, für eure Werte als Familie und für die Offenheit und Flexibilität, die Umsetzung dieser Werte immer wieder neu auszurichten.


Und jetzt zu Yoga:

Wie passt das nun? Und was soll ich mit Yoga als Mama anfangen…?

Gehörst du auch zu denjenigen, die bei „YOGA“ als erstes an „den- Körper- verrenkende“ Mattenübungen denkt? Das kann ich gut verstehen! …Denn das ist ja das, was man/frau so von Yoga mitbekommt, wenn es auf großen Plakaten von Fitness-Studios abgebildet oder bei Instagram gepostet wird. Ganz oft bringen viele es auch nur mit Sport, schwitzen und Anstrengung in Verbindung.


Ja, es kann anstrengend sein, wenn DU es so willst. Ja du kannst schwitzen, wenn DU soweit bist, und ja als Sport und Ausgleich können die reinen Asanas auch sehr unterstützend sein, wenn DU dich dafür entscheidest.

In erster Linie vereint Yoga jedoch Körper, Geist (Verstand) und Seele (Gefühle) und beinhaltet so mächtige und hilfreiche Tools wie Meditation, Atemübungen, Achtsamkeitsübungen und all das, wenn du magst, in Kombination mit fließenden oder auch haltenden oder lösenden Bewegungen deines Körpers. Es geht darum deine innere Balance wiederzufinden, dein Gleichgewicht. Es geht darum den Körper mitzunehmen, denn unser Körper speichert all unsere Gefühle. Wenn wir ihn vergessen, fühlt es sich oft nur “halb“, „unvollständig“ oder „unabgeschlossen“ an. Denke daran: Es ist dein Körper, der deine Gefühle, dein Innerstes zum Ausdruck bringt.



Kurzer Schwenk in die Yogaphilosophie


Patanjali, einer der bekanntesten Yoga-gelehrten und Verfasser des Yoga Sutras (Yoga-„Faden“- ein zentraler Ursprungstext des Yoga) definiert Yoga so:


„Yoga ist das Zur-Ruhe Bringen aller Aktivitäten des Geistes.“

Yoga ist somit kein Sport, keine Religion oder „ein Programm“ aus anderen Sphären ;), sondern ein ganzheitliches Übungssystem (also unterschiedliche Techniken) zur Erlangung geistiger Gesundheit, in die der Körper mit einbezogen wird.


Das heutige Yogasystem besteht im Wesentlichen aus einigen Verhaltensempfehlungen gegenüber uns Selbst (Niyama) und unserer Umwelt (Yama), der Asanapraxis (also der körperlichen Übungen), den Atemtechniken (Pranayamas) und Meditation.

Die Techniken des Yoga unterliegen ständiger Veränderung doch der Zweck bliebt stets der gleiche:

Die Einstellung zum Leben so zu verändern, dass ein freudvolles, friedliches und intensives Leben möglich ist.


Wenn du also all die Perfektion, all das Können im Außen mal weglässt, was du bisher über Yoga evtl. erfahren hast. Wenn du Yoga ganz individuell auf dich anpassen und nutzbar machen kannst. So wie es sich für DICH gut und richtig anfühlt, dann kann es dir unheimlich hilfreich und nützlich sein auf dem Weg hin zu deiner friedvollen und bedürfnisorientierten Elternschaft. DENN:

  • Über Meditation oder auch über einfache Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen findest du den Zugang zu deiner Innenwelt. Du bekommst einen tiefen Einblick in dich Selbst: Wie stehst du zu dir selbst, was sind deine erfüllten und unerfüllten Bedürfnisse, deine Gefühle, du lernst dein inneres Kind kennen und du lernst (wenn du es zulässt) dich wieder selbst anzunehmen und zu lieben-genauso wie du bist.

  • Auch in den Asanas geht es und ging es nie darum sie perfekt auszuführen! Führe sie genau so aus, wie du dich gerade fühlst und wie dein Körper in der Lage dazu ist. Und das ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Lege das Vergleichen mit anderen ab! Du bist einzigartig!

  • Durch Pranayama, also den Atemtechniken im Yoga, kannst du aktiv und effektiv Entspannung in deinem Körper erzeugen oder dich aktivieren und dein Energielevel erhöhen. Durch den Atem kann es dir gelingen dich wieder mehr mit deinem Körper zu verbinden, was dir in deinem Alltag als Mama sehr hilfreich werden kann.

All dies vereint führt dich in einzelnen Schritten immer mehr hin zu dir selbst und zu deinem eigenen Lebensweg, den DU gehen willst. Yoga unterstützt dich mit seinen „Tools“ unglaublich liebevoll und achtsam, dich auf deinem Weg der friedvollen Elternschaft gestärkt und verbunden mit dir selbst zu fühlen. 


Yoga als Resilienz-Schatz

Mit deiner Yogapraxis bringst du sozusagen den Stein ins Rollen und erschaffst dir Routinen und Möglichkeiten, die dich immer wieder an deinen Weg erinnern und dich begleiten. Yoga ist DER Schlüssel, wenn es darum geht in Verbindung mit dir selbst und eben auch mit deinem Kind zu kommen. Wenn du die Verbindung zu dir selbst wieder entdeckt hast, deine Gefühle erkennst und dir klar ist, was du brauchst um dich „in deiner Mitte“ zu fühlen, welche alten Gedankenmuster du verändern kannst und welche Glaubenssätze du endlich auflösen darfst, dann kannst du auch mit deinem Kind in liebevolle Annahme und Akzeptanz gehen. Kannst seine Gefühle begleiten, seine Bedürfnisse herausfinden und ihm helfen sie zu erfüllen. Dann kannst du die Liebe zu dir selbst und die bedingungslose Liebe gegenüber deines Kindes wachsen sehen. Du kannst Vertrauen und Verbundenheit wachsen sehen. Es entsteht ein gefühlvolles, empathisches Band zwischen euch, dass dein Kind ein Leben lang begleiten und auf seinem gesamten weiteren Lebensweg unterstützen wird und mit viel Resilienz kleine und große Herausforderungen und Hürden des Alltags überwinden kann.

Yoga ist also ein wahrer Resilienz-Schatz! Es wäre zu schade, wenn du ihn nicht ausgräbst und für dich und dein Kind nutzt! Also los, worauf wartest du noch? Probiere es aus, gerne mit mir zusammen 😊


Alles Liebe für dich

Deine Laura