Wie alles begann…

Bevor ich 2013 das erste Mal Mama wurde, war ich mir bewusst, welch wundervolle und großartige Aufgabe da auf uns zukommen würde. Achtsamkeit im Familienalltag spielte zu diesem Zeitpunkt für mich noch keine große Rolle. Zumindest nicht bewusst 😉 Ich freute mich über das Geschenk, endlich Mama werden zu dürfen. Und war so dankbar, als unsere Tochter dann gesund und munter auf die Welt kam und mein Mann und ich dieses kleine Wunder in den Armen halten durften.

Ich erfuhr bald, und dessen war ich mir vorher nicht so ganz bewusst gewesen, dass unser kleines, großes Geschenk tatsächlich ganz und gar „ausgepackt“ werden wollte. Denn mit dem Wunder des Lebens, dem Geschenk eines Kindes, bzw. mit dem Geschenk Mama zu sein kommt natürlich und glücklicherweise auch das Geschenk sich Selbst und seinem eigenen, inneren Kind wieder ein ganzes Stück näher zu kommen. Vor allem dann, wenn man bereit ist, dieses Geschenk wirklich mal ganz „auszupacken“, es von allen Seiten zu betrachten und anzunehmen, was da wohl noch so alles kommen mag.

Wie jetzt…“Geschenk“?

Die ersten Wutausbrüche meiner Tochter kamen und ich spürte eine Ungeduld, eine Genervtheit und gleichzeitig auch eine Hilflosigkeit, die mich selbst oft schimpfen und schreien ließ- denn die Gefühle meiner Tochter bzw. meiner mittlerweile beiden Kinder (5&7 Jahre) triggerten alte, unterdrückte Gefühle, die laut nach „gesehen und gehört- werden“. Also nach Empathie riefen. Doch ich spürte schnell, dass ich mit meiner Reaktion, meinem Verhalten auf die Gefühle meiner Kinder die Verbindung zu ihnen bröckelte. Die tiefe und bedingungslose Liebe, die ich meinen Kindern geben wollte, wurde von meinen eigenen starken Gefühlen übertönt und es blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf die Suche nach der Liebe und Annahme zu mir selbst zu machen. Und hier war es: ausgepackt und bereit zum Begreifen, Verstehen und Fühlen: Das „tatsächliche“ Geschenk- Ich durfte lernen mich selbst zu lieben, mit all meinen Gefühlen und genau so wie ich bin!

Ich wählte also den Weg, der mich näher zu mir selbst und somit auch wieder näher zu meinen Kindern brachte- und es ist ein Weg, ein Prozess, bis heute!

Was mir auf meinem Weg begegnete…

Ich lernte die Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg kennen und andere Ansätze bedürfnisorientierter Begleitung. Ich lernte, was es heißt mich in mich selbst und mein Kind einzufühlen. Wirklich empathisch zu sein und alle Gefühle und Bedürfnisse herauszufinden, beim Namen zu nennen, zuzulassen und auch wieder gehen zu lassen- gemeinsam- in Verbundenheit und gegenseitiger Annahme. Ich entdeckte Yoga für mich wieder und fand auch in der Yogaphilosophie viele passende Anknüpfungspunkte. Mit Yoga und Meditation erfüllte und erfülle ich mir mein Bedürfnis nach Selbstfürsorge und tauche immer tiefer in mein Selbst ein. Ich lerne mich, meinen Körper, meinen Geist und meine Seele kennen und achtsam mit ihnen umzugehen. Ich schöpfe Kraft und positive Energie daraus. Und auch meine Kinder nehmen aus ihrer ganz eigenen Yogapraxis das mit, was sie stärkt und positiv in die Welt blicken lässt.

Und wieso jetzt „Familie achtsam leben“?

Auf meiner Website und meinem Logo heißt es: „Familie achtsam leben“. Und das bezieht sich für mich nicht nur auf den Bereich unserer Beziehungsgestaltung untereinander oder zwischen uns und den Kindern, sondern in vielen weiteren Lebensbereichen versuchen wir, als Familie achtsame und bewusste Entscheidungen zu treffen, die sich für uns stimmig anfühlen.

Vor allem aber in den Grundsäulen unseres Lebens wie eben im Bereich der Beziehung zu uns Selbst und untereinander, der Bewegung, der Ernährung und der Entspannung. Hier lässt die Yogaphilosophie alle Fäden zusammen fließen. Wie ernähre ich mich bewusst und gesund und welches Wissen brauche ich dafür? Wie kann ich lernen verstärkt auf die Signale meines Körpers zu hören, damit ich erkenne, wann er Bewegung oder Entspannung braucht und wie kann ich dann handeln. Und wie möchte ich mit meinen Mitmenschen umgehen, bzw. wie möchte ich selbst, dass Andere mit mir umgehen? All das versuchen wir jeden Tag aufs Neue gemeinsam zu erforschen, zu vertiefen und vor allem dabei immer eines im Fokus zu haben: Unser Bauchgefühl!

Heute sind wir, mein Mann unsere beiden Kinder und ich, ein starkes und inniges Familien-Team, welches- wie jede andere Familie auch- durch kleine und große Höhen und Tiefen geht. Unser Weg ist nicht unbedingt einfacher und weniger anstrengend doch er ist der Weg des Herzens und er lohnt sich! Wir gehen ihn gemeinsam und dürfen miteinander und aneinander wachsen. Wir wissen, wie wir in Konflikten in Verbinndung bleiben oder nach Konflikten wieder in Verbindung kommen können.
Und das wünsche ich mir auch für dich und euch- von Herzen !