5 Gründe Warum Ich Keine Schubladen Mag

Ehrlich gesagt finde ich Schubladen an sich schon ziemlich praktisch! Vor allem in der Küche 😉

Von denen will ich jetzt hier allerdings nicht schreiben.. Bei mir geht es um die Schubladen, in deren Format wir manchmal (oder ehrer gesagt ziemlich oft) denken. Jene Schubladen, in die wir unsere Gedanken und Erfahrungen einsortieren. Manchmal wollen wir kategorisieren, labeln, damit es „einfacher“ für uns wird. Wir sortieren in unserem Kopf nach bekannten Mustern und finden dann irgendwo eine „Ablage“ für: „kenn ich schon!“ Und dann wird fleißig einsortiert. Um was auch immer es sich handelt. Und ja, es hat an sich wirklich auch etwas Positives, denn es hilft uns Dinge, Erfahrungen, Erlebnisse, Menschen, Diagnosen… zu „verstehen“ und sie vielleicht auch leichter „händelbar“ für uns zu machen, je nach dem, was ich da gerade am Einsortieren bin. Es kann wirklich hilfreich sein und uns oft Klarheit und Struktur, Orientierung und vielleicht sogar Sicherheit geben.

 

Wie sortierst du so?

Und jetzt meine Frage an dich: Wie oft sortierst du ein? Und nächste Frage: lässt du deine Schublade offen stehen oder nur einen Spalt? Schließt du sie ab und sammelst die Schlüssel oder schmeißt du sie weg? Drehst du den Schrank mit der Schublade gegen eine Wand oder lehnst du eine Leiter an, damit ein „Ausstieg“ oder „Wechsel“ jederzeit möglich ist?

Ich glaube du verstehst was ich meine!? Wie bewusst oder unbewusst läuft dein Schubladendenken ab? Und ich glaube tatsächlich, dass wir ALLE irgendwie mehr oder weniger in Schubladen denken. Die Frage ist eben mit welcher Bewusstheit wir da ran gehen. Das heißt wie offen bleibst du für Veränderungen, die dann eben doch nicht in diese Schubladen passen? Die aus der Schublade vielleicht erstmal einen offenen Setzkasten werden lassen..? Und wie sehr bist du bereit eine Erfahrung, ein Verhalten, einen Menschen oder eine Diagnose aus einer Schublade wieder rauszuholen und facettenreicher werden zu lassen oder gar ganz neu zu betrachten?


In der Überschrift steht: warum ich keine Schubladen mag- et voilá:
  1. Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass ich das viel zu oft tue. Mit mir selbst und meinen Erfahrungen und meine Persönlichkeit betreffend , aber auch mit anderen
  2. Ich habe gemerkt, dass ich SO nicht offen und zugewandt durch die Welt gehe, sondern mir anmaße „zu wissen“ wies geht, wies läuft, wie jemand (oder ich) ist oder warum er was tut oder nicht.- Ihr lieben, ich weiß NIX, ich kenne lediglich MEINE Wirklichkeit oder Wahrheit, die aber nicht DIE Wahrheit ist, weil es DIE Wahrheit nämlich gar nicht gibt…Jede/r von uns trägt ihre/seine eigene Wahrheit mit sich.
  3. Ich möchte selbst von anderen nicht „schubladisiert“ werden, also versuch ich mich damit auch möglichst zurückzuhalten bzw. sehr bewusst damit umzugehen
  4. Wir sind alle lebendige Wesen und wir verändern uns ständig, diesem Wachstum will ich eine Chance geben, was ich nicht kann, wenn ich mich oder andere voreilig „ein- oder aussortiere“
  5. Ich möchte gerne MEHR erfahren, dahinter blicken. Hinter das, was einen Menschen eine Erfahrung, ein Erlebnis oder eine Diagnose ausmacht. Was dahintersteckt, was damit in Verbindung steht, die Geschichte. Ich will wissbegierig und offen bleiben für alle Facetten und nicht nur für den „ersten Eindruck“- der enorm wichtig sein kann- ja, der aber eben nur zu diesem ersten „suchen nach der passenden Schublade“ in meiner Gehirn-Kommode führt.

Warum ich diesen Artikel schreibe

Wir denken so oft in schwarz und weiß, in gut und schlecht, introvertiert oder extrovertiert, spaßig oder langweilig…das nervt mich tatsächlich sehr. Ein Beispiel aus den letzten Wochen, was mich auch dazu veranlasste diesen Artikel hier zu schreiben:

Die „Bewegung“ der bedürfnisorientierten und friedvollen Elternschaft biete einen Nährboden für faschistisches Gedankengut. Was mich an sich erstmal wirklich zum Nachdenken gebracht hat und dem ich auch zustimme, wenn es darum geht mit welcher Intention bestimmte Gedanken der BO-Bewegung angegangen bzw. gelebt werden. (z.B. dass alles andere außer das Stillen an der Brust der Mutter einfach nicht bedürfnisorientiert sei..son Käse!) Doch ist nicht in jeder „Bewegung“, jeder Strömung, die das Alte hinterfragt und Neues in die Welt tragen will, eine gewisse Anfälligkeit gegeben, dass es in eine Richtung geht, mit der manche umgehen können/wollen und andere eben nicht? Dass sich Standpunkte für den ein oder anderen entwickeln, die SO vielleicht gar nichts mehr mit dem Ursprungsgedanken der Bewegung zu tun haben?  Ich denke schon. Und gerade an dieser Stelle halte ich es für so wichtig, bewusst und reflektiert für sich selbst hinzusehen: „In welche Richtung will ich!“ Und nicht: „Die Richtung der anderen ist falsch!“ zu denken.


Lastenradfahrende, vegane und wollwalktragende SchwurblerInnen, Whaaat!?

Gleichzeitig hieß es weiter, dass die Tendenz des Auftretens dieses Gedankenguts speziell in Kreisen der spirituellen, veganen, wollwalktragenden, Lastenrad-fahrenden, Yogatreibenden, Biokost kaufenden und impfkritischen Menschen anzufinden sei, also der „alternativen“ Szene… WOW…das war für mich der Innbegriff der Schubladisierung und mein erster Gedanke: „..das will ich so nicht stehenlassen.“ Doch eigentlich gibt es so viel gar nicht mehr dazu zu sagen, denn was hier passiert ist schlicht, dass sich versucht wird der Blick auf die Welt und die Geschehnisse zu vereinfachen, um mit der ganzen Komplexität besser zurechtzukommen. Das kann ich verstehen und deshalb rege ich mich auch nicht darüber auf, sondern versuche nur für mich Klarheit reinzubringen OHNE meine Schubladen zu öffnen, einzusortieren und abzuschließen.

 

Für mich haben bestimmte „Szenen“ oder „Bewegungen“ oder „Richtungen“ immer eines Gemeinsam: Das Hinterfragen der vorhandenen bzw. bekannten Abläufe, Systeme, Konventionen oder Regeln! Mit welchem Wissen, welchem kritischen Blick und mit welchem Reflexionsvermögen diese das tun ist eine andere Sache. Und wie ich finde eine sehr individuelle und eine, die jedem selbst überlassen sein sollte. Wir sind hier, um Erfahrungen zu machen, um unsere eigene Richtung unseren eigenen Weg zu finden du das geht aus meiner Sicht am Leichtesten dann, wenn wir uns unserem Schubladendenken bewusst werden, in welcher Szene auch immer das sein mag und in welche Richtung das auch immer geht. Hinter JEDEM von uns steckt eine Geschichte und ohne diese Geschichte dürfen wir aus meiner Sicht nicht anfangen voreilig einzusortieren oder sogar auszusortieren!

So, deshalb mag ich keine Schubladen, also die in meiner „Gehirn-Kommode“

Alle anderen finde ich, vor allem wenn ich aufräumen möchte ziemlich genial 😉

Was meinst du dazu? Schonmal darüber nachgedacht? Ich freue mich, wenn du mir deine Sicht auf das Thema in den Kommentaren schreibst und ein Austausch entsteht!

Stay connected und namasté

Hallo du wundervolle Seele hier auf meinem Blog, ich heiße Laura, lebe als 2fach Mama, Pädagogin, Yogalehrerin und Coachin bald ein Leben auf Reisen. Hier auf meinem Blog erfährst aktuelles über unsere (Lebens-) Reise und natürlich einiges über friedvolle Elternschaft und deinen wundervollen Resilienz-Schatz YOGA 🙂

 

Viel Freude beim Lesen und bis bald!